SICHERHEIT IN DER DUNKLEN JAHRESZEIT - Wie Einbrechern das Leben schwer gemacht wird

Wie viel die Intimsphäre kostet

Einbruchschutz: Für viele Maßnahmen gibt es vergünstigte Kredite, Zuschüsse oder Steuervergünstigungen  

Bei gekippten Fenstern würden auch keine abschließbaren Griffe gegen Einbrüche helfen. Die Sicherheitsbranche in Deutschland setzt zunehmend auf digitale Technik. Ein knappes Viertel des Gesamtumsatzes von 17 Milliarden Euro ist im vergangenen Jahr auf die elektronische Sicherheitstechnik entfallen, hieß es Ende September auf der Messe „Security“. Foto: djd/EiMSIG HausDisplay/shutterstock
Bei gekippten Fenstern würden auch keine abschließbaren Griffe gegen Einbrüche helfen. Die Sicherheitsbranche in Deutschland setzt zunehmend auf digitale Technik. Ein knappes Viertel des Gesamtumsatzes von 17 Milliarden Euro ist im vergangenen Jahr auf die elektronische Sicherheitstechnik entfallen, hieß es Ende September auf der Messe „Security“. Foto: djd/EiMSIG HausDisplay/shutterstock
Von Uwe Roth     

Sicherheit kostet Geld: Wer seine Haus- oder Wohnungstür einbruchsicher machen möchte, muss bis zu 600 Euro dafür investieren, erklärt Thomas Krauß. Sollen zusätzlich auch noch alle Fenster gesichert werden, können schon mal bis zu 5000 Euro fällig werden, weiß der Sicherheitsexperte beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg.

Vor so hohen Kosten schrecken manche Eigentümer aber zurück. Zu Unrecht, wie Krauß findet: „Die erste Frage muss doch sein, wie viel ist mir meine Intimsphäre wert?“, gibt der Kriminalbeamte zu bedenken. Eine schlichte Kosten-Nutzen-Rechnung ist für ihn nicht zielführend. Der Einbrecher, sagt er, stiehlt den Betroffenen die Sicherheit. „Die ist mit Geld nicht wieder herstellbar.“

Eigentümer müssen Maßnahmen zum Einbruchschutz aber nicht komplett alleine finanzieren, denn es gibt Förderung. Erste Anlaufstelle dafür ist die Förderbank KfW. Sie bietet unter anderem einen Kredit in Höhe von maximal 50000 Euro für alle, die einbruchsichernd umbauen oder umgebauten Wohnraum kaufen. Der Zinssatz beginnt bei 0,75 Prozent.

Bei den Zuschüssen hat die KfW eine Staffelung vorgesehen: Für Investitionen bis zu 1000 Euro gibt es einen Zuschuss in Höhe von zwanzig Prozent. Darüber hinaus ist der Finanzierungsanteil bis maximal 1600 Euro bei zehn Prozent geblieben. „Bereits mit kleinen Maßnahmen können Einbruchsversuche erheblich erschwert werden“, ist Peter Hofmann, Abteilungsdirektor Produktmanagement Wohnen, überzeugt.

Voraussetzung bei beiden Förderarten ist, dass die Anträge vor Beginn des Vorhabens gestellt werden und nicht erst, wenn die Handwerker schon im Haus sind. Nach Auskunft einer KfW-Sprecherin lag der durchschnittliche Zuschussbetrag 2017 bei 550 Euro. Insgesamt genehmigte die Förderbank im vergangenen Jahr rund 65100 Anträge auf einen Zuschuss sowie 508 auf einen Kredit. Eine andere Möglichkeit ist eine Steuererleichterung. Kosten beispielsweise für die Installation einer Gegensprechanlage, den Einbau eines Mehrfachverriegelungssystems oder die Montage einer Videoüberwachung können zumindest teilweise steuerlich geltend gemacht werden, erklärt die Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH). 20 Prozent der jeweiligen Anfahrts-, Arbeits-, Maschinen-, Entsorgungs- und Verbrauchsmittelkosten lassen sich absetzen.

Jährlich dürfen allerdings nur maximal 1200 Euro als Handwerkerleistungen geltend gemacht werden. Materialkosten werden nicht berücksichtigt. Deshalb sollten die verschiedenen Kostenarten in der Rechnung unbedingt getrennt ausgewiesen werden, rät die VLH.

Zuschüsse mindern den Druck hoher Kosten  

Barzahlungen gegen Quittung akzeptiert das Finanzamt übrigens nicht. Wichtig: Wer eine KfW-Förderung bekommen hat, kann die steuerliche Förderung nicht zusätzlich in Anspruch nehmen. Der Gesetzgeber will eine Doppelförderung verhindern.

Neben KfW und Steuerbehörden gibt es in einigen Bundesländern zusätzliche Angebote. Darauf weist Krauß hin. Nordrhein-Westfalen zum Beispiel vergibt zinsgünstige Kredite bis maximal 25000 Euro pro Wohneinheit. Schleswig-Holstein unterstützt Investitionen in moderne Sicherheitstechnik bei Bestandsbauten bis Jahresende mit insgesamt 1,6 Millionen Euro. Die Stadt Heidelberg bezuschusst Investitionen in die Einbruchssicherheit ebenfalls. Die Prämie beträgt hier maximal 2500 Euro je Wohnungseinheit.

Auf die Höhe der Prämie für die Hausratsversicherung wirken sich die Maßnahmen aber in der Regel nicht aus. Die Chance, nach der Anschaffung eines Sicherungssystems eine günstigere Police zu erhalten, sieht eine Sprecherin des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) als eher gering an: „Grundsätzlich entfällt nur ein verhältnismäßig geringer Teil der Gesamtprämie für die Hausratsversicherung auf das Risiko Einbruch“, heißt es zur Begründung. Die Höhe der Versicherungsbeiträge liege aber in der Verantwortung der einzelnen Unternehmen.

Prinzipiell können die Aufwendungen für eine Hausratsversicherung nicht steuerlich geltend gemacht werden. Diese wertet der Staat nämlich als Sachversicherung, die nicht ausschließlich der Vorsorge dient. Eine Ausnahme ist, wenn sich im Privathaushalt ein beruflich genutztes Arbeitszimmer befindet. Die Ausgaben für die Hausratsversicherung lassen sich dann unter Umständen anteilig als Werbungskosten absetzen. dpa

Weitere Informationen unter:
www.kfw.de/Einbruchschutz

Versteckt und sicher verankert 

Was einen guten Tresor ausmacht  

Geld und Schmuck sind nicht vor Einbrechern sicher, auch wenn sie noch so gut versteckt sind. Tresore lassen sich zwar auch aufbrechen, aber oftmals rauben sie Einbrechern entscheidende Minuten - und die Kriminellen geben dann in der Eile schon mal auf.

Ein Tresor zu Hause komme für Wertsachen infrage, die öfter gebraucht werden, sagt Harald Schmidt von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes in Stuttgart. „Besser, als sie offen liegen zu lassen, sind solche Dinge in einem verschließbaren Wertbehältnis untergebracht.“

Besonders wichtige Dokumente, wertvolle Sammlungen, Gold oder Schmuck, der nur selten getragen wird, sind aber noch sicherer in einem Bankschließfach aufgehoben.

Welcher Tresor infrage kommt, hängt von Umfang und Wert des zu schützenden Guts ab sowie von der individuellen Wohnsituation. Ohne ausführliche Beratung sollte man keinen Tresor kaufen, sonst riskiert man, dass der Inhalt nicht oder nicht ausreichend versichert ist. „Der Grad der Einbruchsicherheit eines Tresors kommt in der Versicherungssumme zum Ausdruck, für die er geeignet ist“, erläutert Frederic Prudent von der VdS Schadenverhütung, einem Institut des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft in Köln.

Möbeltresore bieten nur wenig Schutz

Die Wertbehältnisse werden in Widerstandsgrade eingeteilt. Sie geben darüber Auskunft, wie stark sie Aufbruchversuchen standhalten – also grob gesagt vom einwandigen Schrank ohne Zertifizierung, der nur vor dem raschen Zugriff schützt, bis hin zum hochwertigen zertifizierten Wetterschutzschrank, der Millionenwerte sicher aufbewahren kann.

Je höher der Widerstandsgrad des Tresors ist, umso höher lässt sich der Inhalt versichern. Beispielsweise sind beim Widerstandsgrad N nach VdS-Zertifizierung Gegenstände bis zu einem Wert von 40000 Euro versichert, beim Widerstandsgrad Zwei bis zu 100000 Euro. „Bei sehr hohen Werten verlangen Versicherungen oft zusätzlich die Kombination mit einer Einbruchmeldeanlage“, ergänzt Prudent. Eine Zertifizierung gibt diese Widerstandsklassen an. Diese ist meist auf einer Plakette auf der Türinnenseite zu finden. Sie kann von verschiedenen Institutionen stammen, etwa von der European Fire and Security Group oder von der VdS.

In jedem Fall sollte man sich aber zusätzlich bei seiner Hausratsversicherung erkundigen, welcher Tresor infrage kommt. Denn bei den genannten Versicherungssummen handelt es sich nur um Richtwerte. Es kommt vor, dass eine Versicherung einen Tresor akzeptiert und eine andere nicht. „Wählt man das falsche Modell und es wird etwas gestohlen, zahlt die Versicherung gar nicht oder nur teilweise“, warnt Helmut Rieche, Vorsitzender der Initiative für aktiven Einbruchschutz „Nicht bei mir!“.

Ein Tresor ist auch kein hundertprozentiger Schutz vor Diebstahl. Alles, was man bauen kann, lässt sich auch wieder auseinanderbauen .„Wenn Einbrecher genügend Zeit und das richtige Werkzeug haben, können sie irgendwann jeden Tresor öffnen“, stellt Prudent klar. „Es sollten also keine passenden Werkzeuge in der Nähe des Tresors aufbewahrt werden.“ Tresore, die nicht mindestens die Anforderungen des Widerstandsgrads N nach VdS erfüllen, lassen sich innerhalb von wenigen Minuten, oft sogar in Sekunden, öffnen. In den höherwertigen Tresorklassen kann das mehrere Stunden bis Tage dauern.

Da die Täter in der Regel schnell wieder weg wollen, können gute Tresore aber meist den Diebstahl von Wertsachen verhindern. Sogar von manchem Autoklau wurden Täter schon abgehalten. „Steht ein wertvoller Wagen vor dem Haus, ist das möglicherweise eine Einladung für Diebe“, sagt Prudent. „Sie dringen ins Haus ein und suchen den Autoschlüssel. Ist der aber gemeinsam mit den Papieren im Tresor verwahrt, müssen sie ohne Beute abziehen.“

Harald Schmidt von der Kriminalprävention empfiehlt, den Tresor an einer Stelle zu befestigen, wo ihn nicht jeder sieht. Geeignet für den Privathaushalt sind Stand- und Wandtresore. Möbeltresore, die zum Beispiel in einen Schrank gestellt und mit dem dahinter liegenden Mauerwerk verschraubt werden, bieten dagegen nur wenig Schutz. Sie werden meist gar nicht oder nur für vergleichsweise geringe Versicherungssummen anerkannt.

Schwere Tresore lassen sich schwerer wegtragen. Die meisten Versicherungsbedingungen sehen mindestens 200 Kilogramm Gewicht vor. „Alle Modelle mit einem Eigengewicht von bis zu eintausend Kilogramm müssen zusätzlich fest verankert beziehungsweise eingemauert werden“, sagt Schmidt. „Dafür gibt es geprüfte Einmauerschränke.“ Katja Fischer/dpa
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