Ostern in Berlin

25. März 2018

Ostereier auspusten – aber richtig

Experten warnen vor Salmonellengefahr bei rohen Eiern  

Ende März wird in den meisten großen Freizeitparks in Deutschland die Sommersaison eröffnet. Im Phantasialand in Brühl bei Köln startet die Saison am 24. März. Foto: Kape Schmidt/Phantasialand/obs
Ende März wird in den meisten großen Freizeitparks in Deutschland die Sommersaison eröffnet. Im Phantasialand in Brühl bei Köln startet die Saison am 24. März. Foto: Kape Schmidt/Phantasialand/obs
Kein Osterfest ohne bunte Eier: Beim Auspusten und Bemalen von rohen Eiern sollten allerdings einige Hygieneregeln befolgt werden, sonst drohen ernsthafte Erkrankungen durch Salmonellen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt Tipps, um dies zu vermeiden:

WELCHES GESUNDHEITSRISIKO BESTEHT BEIM AUSPUSTEN ROHER EIER?

Salmonellen können vor allem auf der Schale vorkommen, seltener im Inneren von Eiern. Werden Eier mit dem Mund auspustet, können Salmonellen aufgenommen werden und eine Infektion auslösen. Es kommt zu Durchfallerkrankungen, oftmals verbunden mit Erbrechen und Kopfschmerzen.

WER IST BESONDERS GEFÄHRDET?

Obwohl die Anzahl der gemeldeten Infektionen durch Salmonellen seit einigen Jahren rückläufig ist, erkranken pro Jahr weit mehr als zehntausend Menschen an einer Salmonellose. Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher liegen. Kinder unter fünf Jahren, ältere und kranke Menschen sind besonders gefährdet. Bei ihnen können Salmonellosen auch deutlich schwerer verlaufen, in Einzelfällen sogar tödlich.

WIE KANN EINE INFEKTION VERMIEDEN WERDEN?

Um eine Salmonelleninfektion zu vermeiden, sollten grundsätzlich nur frische und saubere Eier ausgepustet werden. Die Eier können mit lauwarmem Wasser und etwas Spülmittel abgewaschen werden. Nägel oder Rouladennadeln, mit denen die Eier angebohrt werden, sollten anschließend gründlich gereinigt werden. Die Eier sollten möglichst gar nicht mit dem Mund, sondern stattdessen mit dünnen Strohhalmen oder Einwegspritzenmit möglichst dicken Kanülen ausgepustet werden. In Bastelgeschäften gibt es mittlerweile zum Eierauspusten auch kleine Blasebälge. Bevor die Eier bemalt werden, sollten sie von innen und außen mit lauwarmem Wasser und etwas Spülmittel gereinigt werden. Nach der Bastelei sollten auch die Hände gründlich gewaschen werden. Alternativ und völlig risikofrei können auch hart gekochte Eier oder Eier aus Holz oder Kunststoff bemalt werden.

WORAN SIND FRISCHE EIER ZU ERKENNEN?

Auf der Eierverpackung ist das Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben. Bis zu diesem Datum garantiert der Hersteller die Haltbarkeit, vorausgesetzt, die Eier werden richtig gelagert. Doch auch nach Ablauf der Mindesthaltbarkeit können Eier in der Regel noch verzehrt werden, wenn sie gut durcherhitzt werden. Frische rohe Eier lassen sich auch daran erkennen, dass sie in einem Glas mit kaltem Wasser am Boden liegen bleiben. Alte Eier schwimmen hingegen oben. Grund dafür ist die Luftkammer im Ei, die umso größer wird, je älter das Ei ist.

WIE LÄSST SICH DIE HERKUNFT ERKENNEN?

Wer zu Ostern Eier von glücklichen Hühnern bemalen und essenwill, muss genau hinschauen. Haltungsart und Herkunft lassen sich am Stempelaufdruck ablesen. Die erste Ziffer steht für die Haltungsform, wobei 0 die ökologische Haltungsart kennzeichnet, die besonders hühnerfreundlich ist. Die Ziffer 1 steht für Freilandhaltung, 2 für Bodenhaltung und 3 für Käfige, wobei Käfigeier inzwischen den geringsten Anteil ausmachen. Die Buchstaben nach dem Bindestrich geben Auskunft über das Herkunftsland, etwa DE für Deutschland oder NL für die Niederlande. Zuletzt folgt die Kennung des Herstellerbetriebs.

WAS IST BEI KÜNSTLICHEN OSTEREIERFARBEN ZU BEACHTEN?


Spezielle Eierfarben aus dem Handel wie Brausetabletten, bunte Stifte oder Malkästen sind Verbraucherschützern zufolge meist unbedenklich. Vor allem sogenannte Azofarbstoffe stehen in der Kritik. Nach Angaben des Verbrauchermagazins „Öko-Test“ kann aber nur sehr wenig Farbe durch die Eierschale eindringen. Einige der Farbstoffe könnten bei empfindlichen Menschen aber allergieähnliche Reaktionen wie Hautrötungen oder Juckreiz auslösen.

Andrea Hentschel, AFP 
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