Akazienstraße und Goltzstraße

01. Juli 2018

Mode so bunt wie die Seidenstraße

Foto: Uwe Steinert
Foto: Uwe Steinert
In manche Leben passt mehr als in andere – das von Saule Moldalukova ist so eines. Vielleicht, weil ihre Wurzeln so breit verstreut sind: in ganz Zentralasien.

Geboren ist Saule vor 35 Jahren in Bischkek an der Seidenstraße. Seither trägt sie die Lust am Reisen, den Geschäftssinn, die Vorliebe für Farben und die Leidenschaft für gute Stoffe in sich. Modedesign wollte sie studieren, so lange sie denken konnte; dass Kleider ihre Laufbahn bestimmen würden wusste sie, seitdem sie sich selbst den Rock zuknöpfen konnte.

Brotlose Kunst, befand ihr Vater. Also studierte Saule am Tage in Kirgisistan Internationale Politik – und lernte am Abend, die Kleider zu schneidern, die sie selber gerne tragen würde. Beide Ausbildungen schloss sie ab. Ein verschlungener Weg führte sie u.a. nach Istanbul, wo sie in der Projektentwicklung für Konzerne arbeitete, später zu einer Modefirma nach Paris; von dort aus wiederum wurde sie nach Berlin entsandt, um im KaDeWe einen Shop für das Label zu eröffnen. 

„Eigentlich war mir das nie genug“, sagt sie heute. „Ich weiß noch, wie ich mit einem Freund vor der Boutique in der Goltzstraße stand und sagte: Die will ich einmal haben.“ Nachts, wenn die französischen Projekte ruhten, entwarf und nähte sie Kleider, steckte Perlen zu Accessoires zusammen und malte. Als die Boutique frei wurde, zog die Unternehmerin ein, mit all’ ihrer Buntheit. „Ich kaufe ein, was ich woanders vermisse“, stellt sie fest, „leuchtende Farben, kräftige Muster, weiblich geschnittene Kleider.“

Damit hat sie sich im regenbogenbunten Kiez am Winterfeldplatz schon einen Ruf erarbeitet. Was auch daran liegt, dass sie nicht nur namhafte Labels vertritt (darunter Connemara, King Louie, und Mos Mosh) – sondern auch ihre eigene Kollektion „Saule Berlin“. Die natürlich in der Nacht das Licht des Tages erblickt. Sozusagen.

Saule Mode
Leon Lazar
Oxford Co
Goltz Optick Berlin